IMAG0628Mit der Aufbewahrung vom Werkzeug ist daß so eine Sache. Man hat eigentlich nie genug Platz. So wird's bei manchen in der Werkzeugkiste, im Karton oder auch mal über den ganzen Wohnraum verteilt gelagert.

Mir war daß auf Dauer zu nervig, erst in den Keller zu rennen, daß richtige Werkzeug raussuchen und dann wieder IMAG0630in den 2ten Stock zu rennen, wenn ich am Bike schrauben wollte. Logisch, daß man dann natürlich doch nicht alles Werkzeug dabei hatte. Und meine Lebensgefährtin war auch nicht so begeistert davon, daß ich im Wohnzimmer schraube. Also musste ich unseren Minikeller ausmisten und mir was einfallen lassen, um mein Werkzeug zu verstauen. Und 'ne Arbeitsfläche musste auch her. Allerdings kam nix fest verschraubtes in Frage, da ich dafür zu wenig Platz im Keller hab'. 

Bei einer meiner Stöberaktionen im Baumarkt entdeckte ich einen Werkstattwagen. Sofort fingen im Kopf die Zahnräder an zu werkeln. Da könnte man was mit anfangen; wie bekomme ich das Teil nach Hause und das lässt sich sicher noch ausbauen. Eine Idee war geboren und die Geldbörse um 99,- € leichter.

Zu Hause ging's dann los, die Idee um zu setzen. Allerdings verstrich nach Erwerb und Umbau ein ganzes Jahr. Bin irgendwie vor lauter biken nicht vorher dazu gekommen. Aber dann war es soweit. Als erstes musste eine Arbeitsfläche her. Ich hatte noch eine Küchenplatte rumliegen, also musste die dran glauben.

IMAG0631Der Wagen und seine Umbauten:

Als erstes ist der Wagen um die Arbeitsplatte erweitert worden. Auf der rechten Seite habe ich einfach ein paar Löcher in die Platte gebohrt, um meine Inbusschlüssel unter zu bringen.

Links wurde ein Schraubstock montiert. Da die Beleuchtung im Keller eher bescheiden ausfällt, habe ich über eine Lösung für mehr Licht am Wagen nachgedacht. Anfangs habe ich noch einen Halogenstrahler  benutzt, aber der nahm zu viel Platz weg und wurde verdammt heiss. In einem Discounter kaufte ich mir eine LED-Leuchte. Ein BrettchenDSCI0127 an die hintere Kante der Arbeitsplatte angescharubt und darauf die Leuchte montiert. Leuchtet wunderbar die Arbeitsfläche aus und spart dabei auch noch Strom.

Da die Leuchte ja Strom braucht und im Keller nur eine Steckdose vorhanden ist, montierte ich an der rechten Seite des Wagens eine Mehrfachsteckdose. So kann ich alle Geräte am Wagen nutzen, ohne ein Verlängerungskabel nutzen zu müssen. Weniger Kabelsalat = weniger Stolpergefahr.

Bei einem meiner 'Onlineraubzüge' entdeckte ich dann noch einen Halter für meinen SKS-Rennkompressor. Passte optimal, da die Pumpe immer da stand, wo ich sie nicht brauchen konnte.

Also den Halter dafür an die linke Seite des Wagens geschraubt. Jetzt muss ich die Pumpe nicht mehr suchen, wenn sie gebraucht wird. Aber ich bin noch nicht ganz zufrieden. Ich will noch irgendwie eine Werkzeugwand anbringen, außerdem muss noch mein Kompressor untergebracht werden. Die Idee dazu schwirrt schon im Kopf rum, nur die Umsetzung will noch nicht ganz klappen. 

Wie's weitergeht? Last Euch überraschen. 

Ich habe mich zwischenzeitlich an die Werkzeugwand gemacht.Zwar ist es nicht so befestigt, wie ich gerne hätte, aber es hält und ist stabiler als gedacht. Dafür musste als erstes mal des Brettchen mit der Leuchte weg. Statt dessen schraubte ich 2 größere Bretter an die Platte und damit die sich nicht zu sehr verwinden, kam oben drauf noch 'ne Aluschiene. Die Leuchte wurde wieder angeschraubt und die Wandhalter. Das mit dem Kompressor werde ich aber lassen, das Teil ist einfach zu schwer.



 

IMAG1689Nach dem mir mein Werkzeug gestohlen wurde, inklusive Montageständer, ist es an der Zeit, wieder die Werkstatt aufzufüllen. Beim stöbern entdeckte ich einen sehr günstigen Montageständer bei Lidl. Mal ein wenig die Beschreibung gelesen und bestellt. Falls er nix taugt, kann ich ihn ja wieder zurückschicken.

Am 20.11.14 kam der Montageständer dann bei mir an. Die Verpackung hatte eine Größe, die ich von teureren Modellen schon kannte. Also auspacken und mal schauen, was so alles drin ist.

In der Verpackung lagen 5 Einzelteile. Der montierte, faltbare Fuß, der versenkbare obere Teil, die Halteklaue, eine Werkzeugablage und Lenkerhalter. Eine Bedienungsanleitung und ein Inbusschlüssel für die Montage waren auch vorhanden.

Jetzt war das zusammen bauen dran. Ging recht einfach und war in guten 5 min erledigt. Einfach nur die Teleskopstange ins Stativ stecken, Schrauben etwas anziehen und den Schnellspanner schließen. Danach die Halteklaue mit montierter Haltestange in die obere Halterung stecken und per Handrad feststellen. Nur noch die Werkzeugschale anbringen und fertig war der Montageständer montiert.

Wie ist der Ständer ausgestattet?

Aufgestellt lässt sich die Arbeitshöhe von 107 cm bis 188 cm stufenlos einstellen. Die Füsse und die Teleskopstange werden dabei per Schnellspanner fixiert. Die Halteklaue ist für Rahmenrohre von 25 - 40 mm vorgesehen und wird per Schnellverschluss fixiert. Diese kann um 360°IMAG1690 gedreht werden. Um den Lack zu schützen, ist die Klaue gummiert. Die Standbeine sind mit Kunststofffüßen ausgestattet, die jeweils eine Bohrung haben, um den Montageständer zusätzlich zu fixieren (sofern der Untergrund dies zulässt). Belastet werden kann der Montagestäder mit 30 kg. Dies sollte auch für E-Bikes ausreichen. Leider konnte ich dies nicht ausprobieren, da mein Bike nicht in dieser Gewichtsklasse liegt.

Die Werkzeugablage ist ausreichend groß und stabil und kann frei am Stativrohr angebracht werden. Zusätzlich liegt ein Lenkerhalter bei, um beim Schrauben ein umschlagen des Lenkers zu verhindern. Dieser ist in der Länge verstellbar, so daß diese auch bei sehr großen Rahmen genutzt werden kann. Für die Montage des Ständers liegt noch ein 5 mm Inbus bei.

 

 

IMAG1691Stabilität und Verarbeitung

Auf den ersten Blick wirkt der Ständer recht billig. Die Verarbeitungsqualität kann bei einem Preis von knapp 26,00 € natürlich nicht bei den hochwertigen Marken-Ständern mithalten. Das der Ständer minderwertig wirkt, liegt auch daran, das es ja ein 'Supermarkt-Produkt' ist.

Bei Benutzung stellt sich aber heraus, das der Powerfix Montageständer teurere Modelle locker in der Ecke stehen lässt. Die meisten teuren Ständer machen bei einem Bikegewicht um die 15 kg schlapp, der Powerfix Ständer kann 30 kg vertragen. Die Klemmungen sind stabil und einfach zu öffnen oder zu schließen. Die Rahmenklemme ist so ausgeführt, daß Bowdenzüge am Oberrohr nicht eingeklemmt werden.

Auch die Standfestigkeit ist sehr gut. sind die Füsse komplett ausgeklappt, stehen die Enden 100 cm auseinander. Hat manIMAG1692 nicht ganz so viel Platz zur Verfügung, steht der Ständer auch noch stabil, wenn man die Füsse nur zur Hälfte ausklappt. Allerdings sollte er dann wohl nicht mehr mit 30 kg belastbar sein, ohne umzukippen. Wird der Ständer nicht mehr benötigt, ist er schnell zusammengeklappt. Einfach die 2 Schnellspanner öffnen, die Teleskopstange nach unten drücken, die Füsse zusammendrücken und schon kann der Montageständer platzsparend in die Ecke gestellt werden. Dadurch ist er auch leicht transportabel und kann auch mal mit ins Bikewochenende oder zu einem Rennen mitgenommen werden.

Pflege

Auch ein Montageständer braucht ein wenig Pflege. Öl, Fett, Reinigungsmittel und Staub sammeln sich im Laufe der Zeit darauf ab. Zur Reinigung reicht ein Lappen und etwas Spüliwasser. Einfach mit dem feuchten Lappen den Ständer abwischen und fertig.

Fazit

Von einem Montageständer für knapp 26,00 € erwartet man nicht unbedingt besonders viel. Der Powerfix Montageständer übertrifft diese Erwartungen bei weitem. Für jeden Biker, der nicht viel ausgeben kann oder will, ist dieser Montageständer die erste Wahl. Das einzige, was ich mir noch wünschen würde, wäre eine Transporttasche.